BADLEITUNG IM BÄDERLAND HAMBURG

Nadja Kompenhans wollte schon immer etwas mit Sport machen. Geboren in der Nähe von Rostock und Stralsund hat sie sich direkt nach der Schule diesen traum erfüllt - mit einer Ausbildung im Bäderland hamburg, dem zweitgrößten schwimmbadbetreiber in europa.

inzwischen ist sie die Leitung des Bäderlandschwimmbads im Inselpark Wilhelmsburg und liebt es, neue projekte zu realisieren. Dazu passt auch, dass das bäderland als arbeitegber absolut familienfreundlich und flexibel agiert.

Februar 2026 - Während wir durch das Schwimmbad unter dem Schwimmbad laufen, also durch die riesigen Technikräume, die noch einmal genauso groß sind, wie die Hallen im Erdgeschoss, erzählt uns Nadja, dass es tatsächlich immer mal wieder vorkommt, dass ein Schwimmbecken ausläuft und dann im Keller zügig das Wasser weggepumpt werden muss.

Das Schwimmbad wird auch immer mal wieder für Filmproduktionen gebucht. Für eine deutsche Krimiserie zum Beispiel. Außerdem erfahren wir, dass circa einmal pro Woche die Bäderland-Angestellten ins Wasser springen und jemanden retten müssen. Eine große Verantwortung für die Mitarbeitenden.
Los geht es übrigens schon um 6:00 Uhr morgens. Da dürfen die Frühschwimmerinnen als erste ins Becken. Schichtende ist um 22:00 Uhr nach Schwimmunterricht, Babyschwimmen und Sauna etc.

Die Schwimmhalle im Inselpark ist übrigens auch Wasserballstützpunkt und es trainieren drei Bundesligamannschaften dort. Fast jedes Wochenende finden daher auch Veranstaltungen und Wettkämpfe statt.
Und wer wusste, dass die Qualität der Bäderländer durch Testkunden überprüft wird? Nicht nur die Wasserqualität wird geprüft - auch die Sauberkeit des Bads wird getestet. Fast schon wie in der gehobenen Hotellerie.

INTERVIEW MIT NADJA

  • Was hat dich denn dazu inspiriert, im Bäderland zu arbeiten?

    Ich habe immer schon Sport geliebt, daher wollte ich beruflich unbedingt etwas mit Sport machen. 

    Nach der zehnten Klasse wollte ich dann auf jeden Fall eine Ausbildung anfangen. 
Damals bin ich mit meinen Eltern ins BIZ (Berufsinformationszentrum) gefahren, um mich zu informieren.

    Und dort wurde mir gesagt, dass gerade ein ganz neuer Beruf rausgekommen sei, nämlich "Fachangestellte für Bäderbetriebe". 
Früher hieß das noch Schwimm-Meistergehilfin. Es gab dort noch ein ganz altes Video, was man sich dann angucken konnte. Das habe ich getan und gesagt: genau das möchte ich werden und nichts anderes. Es kam auch nichts anderes mehr infrage. 
Ich fand das total toll im Schwimmbad zu arbeiten.

    Der Film war übrigens wirklich alt. Man konnte sehen, wie so ein Bademeister ganz klassisch ums Becken geht, Wassermessungen macht, eine Wassergymnastik abhält und Schwimmunterricht gibt. Das fand ich super spannend.


    Mit 16 habe ich dann den Schritt gewagt und bin aus Rostock nach Hamburg gekommen und habe hier meine Ausbildung bei Bäderland gemacht.   

  • Und wie lernt man das? Wie sieht denn dann die Ausbildung aus?

    Die Ausbildung geht über drei Jahre. 
Das ist eine klassische Ausbildung, wo man wirklich drei Jahre rund um das Schwimmbad alles lernt. Angefangen bei der Schwimmbadtechnik, über die Wasseraufbereitung, auch das Chlor messen gehört dazu. Dann das Kassenwesen: die Kasse zu beherrschen, dann mit Gästen zu sprechen und überhaupt den Umgang mit Gästen lernen. Sauna-Aufgüsse gehören dazu und Wassergymnastik.

    Der Beruf ist dabei auch sehr technisch, ein technisches Verständnis sollte man haben.

    Auch Schwimmunterricht gehört dazu: Bäderland betreibt seit einigen Jahren das Schulschwimmen in Hamburg. Das gibt es so in Deutschland gar nicht, wie wir das hier in Hamburg machen. Darum beneiden uns andere Bundesländer. Dort übernehmen oft Sportlehrer den Schwimmunterricht, aber die haben gar nicht das Fachwissen so wie wir. Auch in Sachen Schwimmabzeichen sind wir deutschlandweit Vorreiter .

    Für die Position der Badleitung bietet Bäderland immer regelmäßig Nachwuchsschulungen an. Dabei besucht man über 2 Jahre verschiedene Schulungen zu Führungsverhalten und Personal.


  • Was machst du morgens als erstes, wenn du hierher kommst?

    Wir haben ja viele Bereiche und als Badleitung ist mein tägliches Brot, sich erst mal einen Überblick zu verschaffen. 
Erst absolviere ich meine Rundgänge und versuche, allen Mitarbeitenden guten Morgen zu sagen. Und dann schaue ich, was wirklich Priorität hat. Haben wir z.B. technische Ausfälle oder müssen wir die Handwerker rufen. 
Ist Personal krank oder muss ich nachsteuern? Wir haben eine Personalabteilung, in der wir dann anrufen und z.B. mitteilen, dass drei Mitarbeitende krank sind und wir Unterstützung brauchen. 
Dann ist das bei Bäderland so, dass wir Unterstützung aus anderen Bädern bekommen.  Wir helfen uns gegenseitig. Danach schaue ich nach den E-Mails, was ist rein gekommen? 
Und das ist erst mal der Anfang vom Tag. 

  • Was gefällt dir denn am besten an deiner Arbeit?

    Besonders viel Spaß macht es mir, neue Projekte zu entwickeln. Als ich hier angefangen habe, habe ich zum Beispiel den Kassenbereich umgebaut. Das war gleich in meinem ersten Jahr, wo ich die Kasse nach meinen Vorstellungen so gestalten durfte, so wie ich das gerne hätte mit Vitrinen etc. und  die Vorhalle auch ein bisschen aufzuhübschen. 

    Dann ging es weiter, dass wir die ganze Halle noch mal neu streichen lassen haben. Anschließend ging es weiter im Außenbereich. Ich habe die Terrasse neu gemacht und wir haben einen Spielplatz gebaut, draußen mit einem großen Piratenschiff für die Kinder. 


    Momentan versuche ich gerade ein neues Projekt anzuschieben unten im Kursbecken, weil wir viele Babyschwimmkurse haben. 

    Ich möchte eine Wickelecke einrichten und
 alles ein bisschen aufhübschen für unsere Babys. Denn wir haben an drei Tagen hier sechs Babyschwimmkurse hintereinander. 


    Diese Projekte machen mir unheimlich viel Spaß.

  • Gibt es auch etwas, was du vermisst an deiner Arbeit?

    Ja, ab und zu die Ruhe. Obwohl die Dynamik und Vielseitigkeit auch den Beruf ausmacht. Manchmal muss man schon viele Bälle in der Luft halten und schauen, dass man nicht allzu viel mit nach Hause nimmt und dass man dann auch abschalten kann.

    Zum Beispiel benötigt vielleicht die Technik etwas, was dringend ist und dann kommt eine Anfrage aus dem Marketing. 
Gleichzeitig hat die Personalabteilung ein Anliegen - das Telefon steht eigentlich kaum still. Man ist irgendwie immer in Action und muss schnell umschalten können. Das macht viel Freude, aber man darf das Abschalten nicht vergessen.

  • Hast Du eine Superkraft?

    Ja, meine Superkraft, wenn ich eine benennen könnte oder möchte, wäre, dass ich gut den Überblick behalte. Und Gelassenheit ist die zweite Superkraft. Es bringt ja nichts, hektisch zu werden, besser ist es, die Ruhe zu bewahren - auch für die Kolleginnnen und Kollegen.

  • Ist künstliche Intelligenz (KI) ein Thema im Bäderland?

    Ja, und wir sind auch da ein bisschen Vorreiter in Deutschland.  

    Es gibt tatsächlich ein Bad bei uns bei Bäderland, das bereits mit KI arbeitet. 

    Dort werden die Kollegen am Beckenrand mit einem KI-System bei der Aufsicht unterstützt. 

    Über den Schwimmbecken werden Spezial-Kameras installiert, und die Kollegen werden per Armbanduhren durch ein Signal alarmiert, wenn z.B. ein lebloser Mensch am Beckenboden liegt oder wenn auffällige Bewegungsmuster festgestellt werden.

    Bäderland versucht momentan, nach und nach alle Schwimmbäder damit auszustatten. 

  • Mit wem würdest Du gerne mal tauschen?

    Ich finde ja unsere Marketingabteilung total spannend und da ich so unheimlich gerne organisiere und plane, könnte ich mir das als Zweitjob vorstellen oder auch tatsächlich mal zu tauschen.

    Kennt Ihr z.B. unsere Bäderlandbusse, die durch Hamburg fahren? Wir haben jetzt gerade aktiv ganz viel Werbung gemacht mit echten Mitarbeitenden vom Bäderland, auch an Bushaltestellen, um neue Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen. Unsere Techniker, der Personalleiter und auch Schulschwimmlehrer, die gezeigt werden, arbeiten wirklich bei Bäderland und wir hoffen, dadurch neues Personal zu finden. 

  • Kann man Deinen Beruf gut mit der Familie vereinbaren?

    Ja, auf jeden Fall. Ich selbst bin kürzlich mit meinen Stunden wieder hochgegangen, weil die Kinder jetzt größer werden.

    Ich habe mich damals auch auf die Stelle der Badleitung in Teilzeit beworben und dass ich diese Chance bekommen habe, das fand ich schon sehr großartig.  Das gab es vorher noch nicht. 

    Zwischenzeitlich bin auch einmal im Ausland gewesen - ich wollte Animateurin werden. Und die Personalleitung hat mir die Möglichkeit gegeben und gesagt, sie soll ihre Erfahrungen sammeln wir beurlauben sie und wenn sie keine Lust mehr hat, dann kommt sie zurück. 
Und genau so habe ich es auch gemacht und das ging total reibungslos und dann war ich wieder da und dann hat man hier wieder weitergearbeitet. 

    Als die Kinder kamen, habe ich die Möglichkeit bekommen als Schulschwimmlehrerin zu arbeiten und konnte mich so auch um die Familie kümmern.